Blog

Ist die CBD süchtig machend? (Was die Wissenschaft sagt)

ZnlyfKj4m8AAAAASUVORK5CYII=

Das CBD war in letzter Zeit in aller Munde. Sie ist in einer Vielzahl an Produkten enthalten, darunter Lotionen, Cremes, Tinkturen, Sprays und sogar Hundeleckereien. Sie wird als Alternative für eine Liste an Beschwerden angepriesen, darunter chronische Schmerzen, Diabetes, Akne und sogar als potenzieller Krebsbekämpfer. Das CBD wird zu einer begehrten Ware und mit der zunehmenden Legalisierung und der Durchführung weiterer Studien werden wir sicher mehr über diese Verbindung erfahren.

Die Dinge ändern sich schnell. Kürzlich wurde die Farm Bill von 2018 in den USA in Kraft gesetzt, die aus Hanf gewonnene CBD-Produkte im ganzen Land legalisiert. Mehr Menschen als je zuvor erfahren nun aus erster Hand die möglichen medizinischen Vorteile, die das CBD zu bieten hat.

Wenn Sie neu auf dem Gebiet des CBD sind, haben Sie vielleicht das Gefühl, dass diese Informationen zwar gut zu wissen sind, aber vielleicht nicht das ganze Bild ergeben. In vielerlei Hinsicht würden Sie Recht haben. Das CBD ist gerade erst dabei, ins allgemeine Bewusstsein zu gelangen. Das mag ja alles gut und schön sein, aber es gibt eine Frage, die viele potentielle Nutzer vielleicht haben: Macht das CBD süchtig? Die kurze Antwort lautet nein. CBD ist eine Verbindung, der viele der Eigenschaften fehlen, die notwendig sind, um eine richtige Sucht zu erzeugen. Wir werden jedoch herausfinden, wie und warum dies zutrifft.

Was ist CBD?

Um zu verstehen, warum die CBD nicht süchtig macht, muss man zunächst wissen, was es ist. CBD ist eine der beiden wichtigsten Verbindungen, aus denen Cannabis besteht. Das CBD, das Sie vielleicht bald in Ihrem Supermarktregal finden werden, besitzt einen deutlichen Unterschied: Es wird aus Hanf gewonnen. Das aus Hanf gewonnene CBD enthält wenig bis gar kein THC. THC ist die psychoaktive Komponente von Cannabis. THC ist zu einem großen Teil für das Gefühl der Konsumenten verantwortlich, „high“ zu werden oder sich „couch-lock“ zu fühlen.

CBD, auch bekannt als Cannabidiol, wirkt innerhalb des körpereigenen Endocannabinoid-Systems, auch ECS genannt. Das ECS ist die Art und Weise, wie der Körper die Homöostase aufrechterhält. Temperatur, Stimmung, Schmerz und Gedächtnis werden alle durch das ECS reguliert. Das ECS spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung unserer Gesundheit. Das ECS umfasst wesentliche Teile des Nervensystems, einschließlich des Gehirns, sowie Rezeptoren und Immunzellen. Das ECS umfasst sowohl das zentrale als auch das periphere Nervensystem.

Das ECS versorgt den Körper mit Substanzen, die denen von Cannabis sehr ähnlich sind. Diese Verbindungen, Cannabinoide genannt, sind dafür verantwortlich, dass der Körperzustand in einem akzeptablen Bereich bleibt. Aufgrund der Ähnlichkeit in der Molekularstruktur arbeitet die CBD gut mit dem ECS zusammen.

Allerdings arbeitet das CBD nicht direkt mit dem ECS zusammen. Stattdessen beeinflusst das CBD die Rezeptoren auf andere Weise, einschließlich des 5-HT1A-Rezeptors, der an Serotonin bindet. Serotonin wird aufgrund seiner Rolle bei der Aufrechterhaltung der Stimmung oft als die „glücklich machende“ Chemikalie bezeichnet.

Mit anderen Worten: CBD ist nicht der Schlüssel, der in das Schloss passt. Vielmehr funktioniert er eher wie die Mechanismen im Schloss selbst, wodurch es leichter ist, den Schlüssel zu drehen und die Tür zu öffnen. Aus diesem Grund wird die CBD als „nicht-psychotrop“ bezeichnet. Es hat keine direkte Auswirkung auf die Kognition. Einige neuere Studien deuten sogar darauf hin, dass das CBD die psychoaktiven Auswirkungen von THC, der Substanz, die ein „Hochgefühl“ hervorruft, tatsächlich abschwächen könnte.

Was Sucht ist und wie sie funktioniert

Das Verständnis, warum das CBD nicht süchtig macht, schließt ein, was Sucht ist und wie sie funktioniert. Sucht wird definiert als eine langfristige Krankheit, die durch einen ausgeprägten Missbrauch von Substanzen oder die Beteiligung an schädlichen Aktivitäten gekennzeichnet ist. Experten stellen fest, dass langfristige Sucht oft Veränderungen in der Struktur des Gehirns hervorruft. Sucht funktioniert durch die Einrichtung eines Belohnungssystems. Dieses Belohnungssystem schließt bestimmte Lustauslöser ein.

Wenn eine Substanz wie Koffein dem Körper zugeführt wird, kann sie eine Reihe physiologischer Ereignisse auslösen, darunter einen Anstieg des Neurotransmitters Dopamin, der Gefühle der Freude und Zufriedenheit auslöst. Deshalb fühlen Sie sich vielleicht nicht wie Sie selbst, wenn Sie nicht Ihre morgendliche Tasse Kaffee getrunken haben.

Aber so einfach ist es nicht. Die Sucht hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Forscher glauben, dass die Sucht oft durch mehrere Faktoren verursacht wird, die alle auf einmal kulminieren: Die Geschwindigkeit und Intensität der Lustempfindungen, die man von einer Substanz bekommt, wenn man jedes Mal, wenn man die Substanz einnimmt, dasselbe empfindet, und das Verhalten, das die Erfahrung umgibt.

Wenn jemand zum Beispiel alkoholabhängig ist, kann er sich für einen schnelleren Rausch Getränke mit einem höheren Alkoholanteil suchen. Er kann das damit verbundene Gefühl genießen, sei es nun Entspannung, Taubheit oder ein falsches Gefühl des Vertrauens oder der Tapferkeit. Sie können auch den Aufbau des Erlebnisses genießen, einschließlich des Geruchs des Alkohols, der Geräusche von klirrenden Gläsern oder der Hintergrundgeräusche einer Bar oder eines Clubs.

Das Belohnungszentrum des Gehirns verarbeitet das Gefühl, „high“ zu sein. Die Belohnungszentren arbeiten auch mit den Gedächtnisspeichern des Gehirns zusammen und stellen Verbindungen zwischen der konsumierten Substanz und dem Gesamterlebnis her.

Das Gehirn wird dann angewiesen, auch die Hinweise und Signale zu beobachten, die die Einnahme der Substanz umgeben. Geruchs-, Geschmacks-, Berührungs- und andere Empfindungen werden oft unbewusst wahrgenommen und können später im Suchtprozess von Bedeutung sein.

Dopamin trägt dazu bei, die Art und Weise, wie der Einzelne sein Leben erlebt, mitzugestalten, auch wenn es nicht das Gesamtbild ist. Dopamin wirkt eher wie der Funke, braucht aber eine Liste anderer Dinge, um eine aktive Sucht zu erzeugen.

Unser Bedürfnis, Erfahrungen zu wiederholen, auch solche, die letztlich destruktiv sind, ist ein evolutionärer Rückfall in die Art und Weise, wie wir frühe Verhaltensweisen geprägt haben. Viele dieser frühen Verhaltensweisen, wie Geschlechtsverkehr und das Verstecken vor Raubtieren, haben dazu beigetragen, unsere Spezies fortzubestehen und uns zu schützen. Bei Sucht wird der Belohnungskreislauf des Gehirns statt einer stetigen Reaktion auf alltägliche Reize überfüllt und überlastet.

Es gibt drei Phasen der Sucht, die sich in einem Zyklus immer wieder wiederholen. Zu den drei Stadien gehören ein intensives Verlangen nach der Substanz oder Aktivität, der Verlust der Kontrolle und der gewohnheitsmässige Gebrauch der Substanz oder die Beschäftigung mit der Aktivität trotz negativer Folgen.

Die Bekämpfung der Sucht ist ein langer und mühsamer Prozess. Viele derer, die von bestimmten Substanzen abhängig sind, erleben Entzugserscheinungen. Sie erfahren auch emotionalen und mentalen Stress und brauchen oft Beratung, um damit fertig zu werden.

Was ist mit dem CBD?

Sucht wird als ein langfristiger Zwang beschrieben, sich trotz negativer, schädlicher und nachteiliger Folgen auf Aktivitäten oder den Konsum von Substanzen einzulassen. Forscher glauben, dass es sich um eine Störung handelt, die im Gehirn beginnt und die Lebensqualität eines Menschen beeinflussen kann.

Menschen, die mit der Sucht kämpfen, zeigen oft Verhaltensweisen, die ihr tägliches Leben stören. Sie können sich aufgrund ihrer Sucht sowie belastender Beziehungen zu Familie und Freunden in einer ernsten finanziellen Notlage befinden. Menschen mit einer chemischen Abhängigkeit können mit der Zeit eine Toleranz aufbauen. Dies kann dazu führen, dass sie eine Substanz in immer höheren Mengen konsumieren und damit das Risiko einer Überdosierung besteht.

Eine kürzlich durchgeführte Studie weist darauf hin, dass das CBD bei der Überwindung von Sucht nützlich sein kann. Das American Journal of Psychiatry berichtet, dass Personen mit einer Vorgeschichte von Heroinkonsum entweder ein Placebo (eine Pille, ein Pflaster oder eine Injektion, die keinen Wirkstoff enthält) oder eine orale Dosis CBD erhalten haben.

Den Teilnehmern wurden dann Videos mit sowohl neutralen als auch expliziten drogenbezogenen Hinweisen gezeigt. Die neutralen Hinweise waren banale, alltägliche Szenen wie ein Sonnenaufgang, während die expliziten Hinweise, die den Teilnehmern gezeigt wurden, Drogenkonsum oder Drogenutensilien darstellten.

Die Forscher maßen dann das Verlangen der Teilnehmer, das sie nach eigenen Angaben hatten, während sie sich sowohl die neutralen als auch die expliziten Hinweise ansahen. Sie stellten fest, dass das CBD bei vielen Teilnehmern das Verlangen nach Drogen oft reduziert.

In einer Pressemitteilung wies der Direktor des Suchtinstituts am Mount Sinai in New York erneut auf die wachsende Bedeutung der CBD für die Sucht- und Genesungsforschung hin. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die CBD für die Behandlung von Personen mit einer Störung des Heroinkonsums viel versprechend ist“.

„Eine erfolgreiche nicht-opioide Medikation würde die bestehende Sammlung der Suchtmedikamente erheblich erweitern und dazu beitragen, die wachsende Zahl der Todesfälle, die enormen Gesundheitskosten und die durch strenge staatliche Vorschriften auferlegten Behandlungsbeschränkungen inmitten dieser anhaltenden Opioid-Epidemie zu reduzieren“, erklärt sie.

Diejenigen, die mit der Sucht kämpfen, müssen nicht nur das Verlangen überwinden, sondern haben auch mit Entzugserscheinungen zu kämpfen. Entzugssymptome sind oft eine Folge des Ausstiegs aus dem Drogenkonsum. Viele der Symptome können Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Zittern, Angst und Paranoia sein.

Das CBD wirkt bei einer Reihe von Substanzen den Entzugssyndromen entgegen. Sie greift auch nicht in den Belohnungskreislauf des Gehirns ein. Damit das CBD ein Suchtmittel wäre, müsste es nicht nur den Belohnungskreislauf des Gehirns in Gang setzen (ein „High“ erzeugen), sondern auch ein Bedürfnis (ein Verlangen) sowie ein anhaltendes Bedürfnis nach Missbrauch (Entzug) erzeugen.

Abschließende Gedanken: Ist die CBD süchtig machend?

Das CBD aktiviert nicht die Rezeptoren, die für Stimmung und Gefühle verantwortlich sind. Sie wirkt nicht direkt auf das Endocannabinoid-System oder ECS ein. Es wirkt vielmehr indirekt, indem es die Rezeptoren so verändert, dass sie Neurotransmitter leichter akzeptieren können.

Das CBD trägt auch dazu bei, die Auswirkungen von Substanzen wie Opioiden abzuschwächen. Aufgrund dieser Faktoren ist CBD nicht psychoaktiv. Daher ist es keine süchtig machende Substanz. Tatsächlich könnte es in naher Zukunft zur Bekämpfung von Drogenmissbrauch und Entzugserscheinungen eingesetzt werden. Wenn Sie also das nächste Mal daran denken, eine CBD-Tinktur, ein Öl, ein Spray oder ein Kaugummi einzunehmen, können Sie dies mit ein wenig Beruhigung tun.

Haftungsausschluss

Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.